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Großherzogin Luise von Baden

                  

 

 

Prinzessin Luise von Preußen, spätere Großherzogin von Baden
Portrait, 1857, von Joseph Spelter

 

Wenn wir schon in unserer Geschichte die Großherzogin Luise von Baden als "Stein des Anstoßes" unserer Vereinsgründung nennen und darauf sehr stolz sind, möchten wir Ihnen bei dieser Gelegenheit eine große Persönlichkeit in einer kleinen Zusammenfassung näher bringen.

 

Großherzogin Luise von Baden wurde am 3.12.1838 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren Prinz Wilhelm von Preußen und Prinzessin Augusta, das spätere Kaiserpaar.

Schon früh lernte Luise, dass es Elend und Armut gibt. Ihre Mutter, selbst sehr auf das soziale Wohlergehen ihres Volkes bedacht, nahm sie mit zu Kranken- und Armenbesuchen.

Mit 18 heiratete die Prinzessin den späteren Großherzig Friedrich von Baden und zog ins Schloss nach Karlsruhe. Drei Kinder hat sie geboren: 1857 Friedrich, den späteren Großherzog von Baden; 1862 Victoria, die spätere Königin von Schweden und 1865 Ludwig Wilhelm, der mit 23 Jahren an einer Lungenentzündung starb.

Am 6. Juni 1859 gründete Luise den Badischen Frauenverein mit den Zielen: Hilfe für Bedürftige, für die Bevölkerung und die Soldaten in den Kriegen 1866, 1870/71 und im 1. Weltkrieg.
Zum Badischen Frauenverein gehörten: Kindergärten, Erholungsheime für Kinder, Heime für Arbeiterinnen, eine Hauswirtschaftsschule, die Friedrichschule, Fürsorgeanstalten, Volksküchen, Büchereien, Stiftungen für Witwen etc.

Sie hat früh erkannt - wenn Mädchen und Frauen eine gründliche Ausbildung haben, verbessert sich die Volksgesundheit. Aus der Abteilung Krankenpflege des Frauenvereins ging die Badische Schwesternschaft vom Roten Kreuz hervor, die älteste Rotkreuzgesellschaft in Deutschland. Hervorzuheben ist ihr Kampf gegen die Tuberkulose. Und bei Katastrophen war sie stets vor Ort und organisierte Hilfe.

Am 23.4.1923 verstarb Großherzogin Luise von Baden im Alter von 85 Jahren. Sie liegt im Mausoleum in Karlsruhe neben ihrem Ehemann. - Noch wenige Minuten vor ihrem Ende fragte sie ihren Arzt, ob er jemanden wisse, dem sie noch helfen könne! 

 


 

Großherzog Friedrich I. und Großherzogin Luise von Baden 1902

 

 

Unsere Geschichte

 

Auf unsere Geschichte sind wir stolz. - Und wir möchten sie Ihnen kurz und interessant erzählen! 

 

Der Frauenverein Bernau wurde bereits im Jahre 1892 als Ortsgruppe Bernau des Badischen Frauenvereins auf Anregung und im Sinne der Großherzogin Luise von Baden gegründet. Wollen Sie mehr über diese engagierte und große Persönlichkeit wissen, klicken Sie einfach 'Luise von Baden' an.

 

Die ersten noch im Verein vorhandenen Aufzeichnungen in der Chronik beginnen im Jahre 1908. Da hieß unser Verein noch 'Elisabethenverein'.

 

Bis ins Jahr 1924 wurde der Verein u. a. von Pfarrer Joos und Frau Emilie Schmidt geleitet. In diesem Jahr löste Pfarrer Schweizer den Pfarrer Joos im Vorstand ab. Dem wiederum folgte im Jahr 1936 Pfarrer Jakob Bendel. Die Aufgaben des Vereins in diesen Zeiten bestanden u. a. im Christlichen Mütterverein, in der Krankenpflege, Fürsorge und Winternothilfe. 1946 löste Frau Anna Schmidt aus Innerlehen die Frau Emilie Schmidt als Präsidentin ab.

 

Im Jahre 1928 hatte der Verein zum Beispiel 255 zahlende Mitglieder.

Über die Zeit während der Kriegsjahre liegen uns keine weiteren Aufzeichnungen vor. Fortgesetzt wurden sie erst wieder im Jahr 1953. Frau Hedwig Köpfer-Hilpert führte den Verein bis ins Jahr 1958, wo sie durch Frau Maria Baur abgelöst wurde.

 

Im Jahre 1959 wurde die erste Frauenfastnacht von Frau Erna Kaiser, Frau Hedwig Köpfer-Hilpert und Pfarrer Bendel ins Leben gerufen.

 

1963 wurde die Schwesterstation in Bernau aufgelöst. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde die Zusammenlegung des Elisabethenvereins und des Müttervereins zum Kath. Frauenverein e. V. beschlossen. So konnte die Einstellung von Schwester Erika beschlossen werden mit einem Gehalt von 516 DM, die dann am 1.7.1964 Schwester Tullia ablöste.

 

1967 feierte man zum ersten Mal eine Seniorenfastnacht.

 

Ab 1968 wurde auf Initiative von Frau Maria Baur einmal im Jahr zur Krebsvorsorge nach Freiburg gefahren. Es konnten regelmäßig drei Busse gechartert werden.


Ebenso organisierte die Vorsitzende Frau Baur regelmäßige Theater- und Bildungsfahrten. Die Reiseziele lagen in ganz Europa, von der Reeperbahn bis Venedig, sogar die Pyramiden in Ägypten waren eine Reise wert.

 

1979 zog sich Frau Baur aus Altersgründen aus dem Vorstand zurück und erhielt im Jahre 1980 in Würdigung ihrer Verdienste das Bundesverdienstkreuz. 1983 folgte die Ernennung zu unserer Ehrenvorsitzenden.

 

Frau Berta Köpfer trat 1979 die Nachfolge von Frau Baur an und bekleidete das Amt der 1. Vorsitzenden bis zu ihrem Tod im November 1995. Ihr folgte wiederum Frau Marlene Kaiser.

1992 feierte der Verein sein hundertjähriges Bestehen. 

 

                     
 Aufzeichnungen zum Hundertjährigen im Jahre 1992 

 

1992 -  Verfasser unbekannt

"Die Frauengemeinschaft Bernau kann auf 100 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. In der hundertjährigen Geschichte erfolgten mehrere Namensänderungen. Aus den Gründerjahren liegen leider keine schriftlichen Unterlagen mehr vor, aber aus den schriftlichen Unterlagen des zehnjährigen Jubiläums des 'Elisabethenvereins' am 15. November 1931 kann entnommen werden, dass der Badische Frauenverein, Ortsgruppe Bernau, im Jahre 1892 gegründet worden ist.

Ein kurzer Auszug vom Protokoll 1931: Es war eine schöne Feier im 'Löwen', bei welcher 160 Frauen und Jungfrauen anwesend waren. Kinder, Jungmädchen und Jungmänner, Jungfrauen, die Herren Lehrer boten gar manches zur Unterhaltung. Die Frauen ließen es sich nicht nehmen, der Präsidentin Emilie Schmidt, Altlöwenwirtin,  und dem ältesten Verwaltungsratsmitglied, Maria Gritsch vom Kaiserhaus - beide waren schon Gründerinnen des Badischen Frauenvereins, Ortsgruppe Bernau, im Jahre 1892 - ein kleines Geschenk (Kuchen) als Anerkennung für die geleistete Arbeit zu machen. Das Vorbild der heiligen Elisabeth und das Beispiel der Landesgräfin, Großherzogin Luise, begeisterte die Frauen mit neuem Mut und Opfergeist für die notwendigen Frauenarbeiten der Gegenwart.

Man entschloss sich, für die Schwestern ein Schwesternhaus zu bauen. 1911 konnte das meistens aus Spenden neuerbaute Haus eingeweiht werden. Wenn man bedenkt, die Schwestern mussten im weitverzweigten Tal alles zu Fuß zurücklegen und dies bei jedem Wetter, waren dies sehr große Opfer.

Früher hieß es Frauen- und Mütterverein, später wurden die beiden Verein zusammengeschlossen und es wurde der St. Elisbethenverein.

Während des Krieges 1914 bis 1928 wurden Gaben gesammelt, welche zum Teil an das Rote Kreuz gingen. Jedem Bernauer Soldat wurde ein Päckchen geschickt. Wegen besonderer Verdienste während des Krieges 1914 bis 1918 wurde Frau Emilie Schmidt, Präsidentin des Frauenverein, das "Goldene Verdienstkreuz" verliehen. Emilie Schmidt war von 1912 bis 1946 Präsidentin und war somit am längsten an der Spitze des Vereins. Alles in dieser nicht schönen Zeit wie Krieg, Inflation, Nationalsozialismus und ein zweiter Weltkrieg mussten durchgestanden werden, ein ganz großes Lob.

Während der Inflation stieg der monatliche Beitag innerhalb kurzer Zeit von 200 Mark auf 200.000 Mark.

In der Winternothilfe, Anfangs 1930 bis 1936, hatte der Verein Sammlungen und Verteilung der Gaben übernommen. Von 1936 bis 1946, während des Krieges, war die Tätigkeit beschränkt. Von 1953 bis 1958 war Hedwig Köpfer-Hilpert erste Vorsitzende vom Mütterverein, damals wurden die beiden Vereine wieder getrennt, führten aber eine gemeinsame Kasse. 1955 wurde die beliebte Frauenfasnacht ins Leben gerufen. Bis 1958 wurde die Chronik vom Ortsgeistlichen Pfarrer Joos, Pfarrer Schweizer und Pfarrer Bendel geschrieben. 1958 löst Maria Baur Hedwig Köpfer-Hilpert, welche ihr Amt zur Verfügung stellte, ab.

Es folgten Ausflüge und Einkehrtage. Bibelstunden wurden eingeführt. Tombolas zur Ausbildung eines indischen Priesters veranstaltet. Ostzonenpakete wurden verschickt.

1963 war überschattet mit der Entnahme unserer Krankenschwester Tullia. Das Mutterhaus löste die Schwesternstation auf, was ein schwerer Schlag für ganz Bernau war. Eine Ordensschwester zu bekommen war unmöglich. Von jetzt ab mussten die kranken von weltlichen Krankenschwestern versorgt werden. 

 

Seit 1963 sind wir ein eingetragener Verein mit dem Namen"Katholischer Frauenverein". Das Geld reichte nicht mehr und in dankenswerter Weise hat sich die politische Gemeinde bereit erklärt, einen Zuschuss zu zahlen.

Es wurden Altennachmittage eingeführt mit Gottesdienst in der Pfarrkirche und anschließendem gemütlichen Beisammensein im Cafe Stoll. Später wurden Halbtages- und Tagesfahrten gemacht unter der Leitung der Vorsteherin des Frauenvereins, Caritas-Sammlungen gehören auch zu den Aufgaben des Vereins.

1967 wurden erstmals die Betagten ab 65 Jahren zu einem fasnächtlichen Beisammensein ins Kurhaus eingeladen. Erfolgreich verlief die Sammlung von Babysachen für Jordanien. Erstmals gab es 1968 Fahrten nach Freiburg zur Krebsvorsorge-Untersuchung, auch wurden in dieser Zeit Besinnungstage durchgeführt. Die Weihnachtsaktion wurde eingeführt für Alte, Kranke und Alleinstehende. Zum 75. und 80. Geburtstag bekommen alle Mitglieder einen Geschenkkorb, ab 80 jahren jedes Jahr eine kleine Gabe.

Zur Bildung wurden Referenten angefordert um Vorträge zu halten, und dieses unter der Leitung der Vorsitzenden vom Verein.

Höhepunkt war die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Maria Baur.

1981 trat Bernau der Sozialstation St. Blasien bei, von da an waren wir auch noch Förderverein und ein großer Teil von den Beiträgen erhält die Sozialstation.

Die Ferienwohnung im ehemaligen Schwesternhaus wurde 1982 an die Caritasschwestern vermietet. Die Mieteinnahmen für beide Wohnungen bekommt der Verein, dafür wird eine getrennte Kasse geführt. Bei den anfallenden Reparaturkosten müssen wir uns beteiligen.

1983 löste Berta Köpfer Frau Maria Baur nach 25-jähriger, erfolgreicher Führung ab und leitet jetzt die Geschicke des Vereins. Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg an Maria Baur.

Die letzten Jahre beteiligten wir uns jedes Jahr beim Pfarrfest mit Tombola, Sammlung sowie mit Kaffee und Kuchen. Eine anschauliche Summe (ca. 38.000 DM) konnte der Pfarrgemeinde übergeben werden zur Kirchenrenovation und zum Abbau des Schuldenberges.

Alle Einrichtungen sind bis jetzt erhalten geblieben. Der Frauenverein ist umgewandelt worden in Katholische Frauengemeinschaft. Der ehemaligen Vorsitzenden und langjährigen zweiten Vorsitzenden, Frau Hedwig Köpfer-Hilpert konnte zu deren Überraschung die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für ihre Verdienst überreicht werden.

Jetzt beteiligen wir uns mit 25 % für die Mitglieder an den Krankenpflegekosten.

Es wäre viel zu viel von den vielen Ausflügen in alle Richtungen zu berichten. So glauben wir, daß sie in groben Zügen einen Überblick bekommen haben über unser Wirken im Bernauer Tal."!"

 

Frauenverein Bernau e. V. | frauenverein-bernau@t-online.de